Ein RP-Azubi bei der DVV

26. Juli 2017

Ein Gastbeitrag von Marco Mainz - Azubi bei der Rheinischen Post

Bitte einmal den Arbeitsplatz wechseln. Das bedeutet nicht immer nur ein Büro weiter zu ziehen. Für meinen dreiwöchigen Aufenthalt bei der DVV wechselte ich gleich das Bundesland, tauschte mein heimisches Düsseldorf gegen die norddeutsche Metropole Hamburg ein.

Um mich einmal knapp vorzustellen: Mein Name ist Marco, ich bin 24 Jahre alt und im Rahmen einer Hospitation von der Rheinischen Post zu Gast bei der DVV Media. „Wie geht’n  das“, fragt ihr euch? Für Außenstehende wahrlich nicht sofort ersichtlich, aber die DVV gehört tatsächlich zur Rheinischen Post Mediengruppe. 300 Kilometer entfernt und doch eine Familie. Da ich mich als angehender Medienkaufmann in Düsseldorf vornehmlich mit Produkten für den Privat-Konsumenten beschäftige, kenne ich mich nicht sonderlich gut mit Fachmedien aus. Daher wollten wir mal den Versuch wagen und einem RP-Azubi die Möglichkeit geben sich auch diesen Bereich anzuschauen – nun, hier bin ich!

Zugegeben, die offensichtlichste Erkenntnis ist, dass sich der Aufbau bei der DVV kaum von der bei der RP unterscheidet. Und das ist auch gut so! Abteilungsmäßig sind auch hier die großen Standbeine der Vertrieb und der Verkauf. Klar, für einige Dinge gibt es andere Namen: Mediaberater heißen hier Verlagsrepräsentant und die mir bekannten Verkaufsförderer nennen sich hier Sales Service. Das lernt sich aber schnell. Das maßgebliche Verkaufstool sind auch bei der DVV die Mediadaten. Ich merkte also, dass es viele Parallelen gibt. Das macht ja auch Sinn. Immerhin sollten Medienkaufleute in jedem Verlag eingesetzt werden können. 

Es sind letztlich nur die Details, die sich unterscheiden. Aber genau diese Details machen‘s im Tagesgeschäft eben aus. Beispielsweise merkte ich während meiner Zeit in Hamburg, dass Mailings im Fachbereich anders aufgebaut werden, als bei der klassischen Zeitung. So wirkte ich bei einem Mailing für ein chinesisch-sprachiges Produkt mit – so etwas haben wir in Düsseldorf natürlich nicht.

Interessanter noch war für mich der Vertrieb der, anders als unsere Tageszeitung, deutschlandweit  die Printprodukte des Verlages vertreibt. Dabei stemmt dessen respektable Arbeit gerade mal eine Handvoll Mitarbeiter. Hier macht quasi eine Person das, was bei der RP eine ganze Abteilung bzw. ein Team erledigt. Die Entscheidungskompetenzen sind für den Einzelnen hier viel größer. Das merkte ich besonders bei den Jour Fix, bei denen viel mehr Themen abgebügelt werden konnten, als in Düsseldorf. Hier muss nicht von zehn Stellen ein OK eingeholt werden und deshalb läuft es um einiges flüssiger.

Auch die Redaktion ist nicht einfach ein zusammengewürfelter Haufen ehemaliger Journalistenschüler. Aufgrund der speziellen Thematik in den Fachmedien sind die Redakteure stark mit den Unternehmen verbandelt und kennen sich in der Branche extrem gut aus. „Nur“ ein guter Journalist zu sein, reicht hier also definitiv nicht. 

Die drei Wochen vergingen wie im Flug und ich bin sehr dankbar, die Erfahrung gemacht haben zu dürfen. Ich habe viele nette Kollegen kennengelernt und hoffe, dass der eine oder andere DVV-Azubi im Gegenzug auch die Chance erhält nach Düsseldorf zu kommen. Sie sind jedenfalls herzlich willkommen :)